| Datum: | 6. August 2015 |
Hiroshima und Nagasaki mahnen - 70. Jahrestag
Am 6. August 1945, kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs setzte die US- amerikanische Luftwaffe erstmalig in Hiroshima die Atombombe ein. In Bruchteilen von Sekunden verwandelte die ungeheure Explosion und der unmittelbar folgende Feuersturm die Stadt mit ihren 350.000 Einwohnern in ein unglaubliches Inferno. Nur drei Tage später befahl der US- amerikanische Präsident Truman den Abwurf einer Plutoniumbombe auf Nagasaki. Um die 100.000 Menschen starben an beiden Orten sofort. Mehr als 400.000 Menschen wurden bis heute Opfer der Langzeitfolgen der Strahlung.Weltweit gibt es heute 16.300 Atomsprengköpfe, die unseren Planeten vernichten könnten. In keinem der über Atomwaffen verfügenden Staaten (Russland, USA, Frankreich, China,Großbritannien, Pakistan, Indien, Israel, Nordkorea) gibt es Anzeichen dafür, dass diese mittelfristig vollständig abgeschafft werden sollen. Im Gegenteil: Die Atomwaffenarsenale sollen modernisiert werden.
In Deutschland lagern in Büchel in der Eifel schätzungsweise 20 Atombomben des Typs B61. In einem parteiübergreifenden Beschluss des Bundestages vom 26. März 2010 wurde die Absicht der Bundesregierung bekräftigt, den Abzug dieser Atombomben aktiv zu verfolgen. Das entspräche auch der Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages, der eine völkerrechtliche Verpflichtung zur Abrüstung des Atomwaffenarsenals beinhaltet. Diese Absicht der Bundesregierung wurde jedoch schnell wieder aufgegeben. Die deutsche Regierung hat sich im Mai 2012 in Chicago beim Nato-Gipfel damit einverstanden erklärt, dass die US-amerikanischen Atomwaffen im Land bleiben und mit Milliarden-Aufwand durch modernere Nuklearwaffen ausgetauscht werden.
Die von der NATO geplante Stationierung des Raketenabwehrsystems in Rumänien und Polen ist nach NATO-Darstellung gegen die vermeintliche Bedrohung aus dem Iran gerichtet. Aber auch nach Ansicht westlicher Rüstungsexperten wenden sie sich gegen Russland. Damit wird die Welt nicht sicherer, sondern die Rüstungsspirale weiter angetrieben und die Kriegsgefahr erhöht.
Neben den Katastrophen in Atomanlagen wie Sellafield, Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, den Atombombentests und dem Uranabbau, führen auch die Einsätze von Uranwaffen zu einer langfristigen radioaktiven Verseuchung. Die Uranmunition hat in den Kriegsgebieten Bosnien, Kosovo, Irak und Afghanistan zu einem dramatischen Anstieg von Krebskrankheiten und
angeborenen Fehlbildungen geführt. Noch lange nach den Kriegen werden künftige Generationen durch die Langzeitwirkung der Uranmunition geschädigt werden.
Die mit Uranwaffen ausgestatteten A10-Kampfflieger wurden in etlichen Kriegen (in Jugoslawien,Afghanistan, Irak, Libyen und gegen den IS) eingesetzt und werden dieses Jahr von ihrem halbjährigen deutschen Standort in Spangdahlem nach Osteuropa ins nächste Krisengebiet verlegt.
Nach 70 Jahren Hiroshima und Nagasaki mahnen wir zur:
- Abschaffung aller Atomwaffen weltweit
- Ächtung der Uranwaffen
- konsequenten Umsetzung des Ausstiegs aus der Atomenergie
- Abrüstungs- und Entspannungspolitik
- Politik für weltweiten sozialen Ausgleich und Frieden
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